Geduld wird in beruflichen Veränderungsprozessen gebraucht, weil wir uns innerlich unsicher fühlen. Wir wünschen uns Klarheit, eine Antwort auf die Frage, wie der berufliche Weg weitergehen könnte. Geduld ist eine Fähigkeit, die wir jetzt entwickeln können. Und damit stärken wir unsere Laufbahnkompetenz.
Wenn Situationen in unserem Leben offen sind, versucht unser Kopf, die offene Situation zu kontrollieren. Er denkt viel, fragt, zweifelt. Doch die offene Situation wird nicht unbedingt klarer, nur weil wir mehr darüber nachdenken. Manchmal braucht Klarheit Zeit. Nicht weil wir zu langsam sind oder etwas falsch machen. Sondern weil Dinge sich manchmal erst im Verlauf klarer zeigen.
Geduldig zu sein kann bedeuten, nicht sofort Ungewissheit wegmachen zu wollen, nur weil der Moment noch nicht so klar ist, wie wir es gerne hätten. Unser Verstand will gerne schneller sein als das Leben. Er will Ergebnisse, Antworten, Sicherheit. Offene Situationen in unserem Leben erzeugen Unruhe. Ein Gefühl, das sich unangenehm anfühlen kann. Wie gehen Sie mit Unsicherheit um?
Der Verstand will sofort eine Lösung haben und das erzeugt Druck. Aber das Gefühl der Unsicherheit ist völlig normal und gehört zum Prozess dazu. Druck erzeugen unsere Muss-Vorstellungen: es muss schneller gehen, es muss anders sein, es muss sich eine Lösung zeigen. Diese Muss-Vorstellungen erzeugen Spannungen in uns. Wir verlieren den Bezug zum Moment und sind innerlich schon in zukünftigen Szenarien, die aber noch gar nicht schlüssig sind.
In der Beratung sprechen wir über dieses Spannungsfeld, das wir alle kennen. Das Gespräch löst oft schon viel Druck im Umgang mit Veränderungsprozessen. Wir versuchen gemeinsam, Handlungsspielräume auszuloten, einen naheliegenden, nächsten Schritt zu planen und konkret zu gehen – ganz unaufgeregt. Wir müssen die schon genug anspruchsvolle Situation nicht zusätzlich mit innerem Druck belasten. Geduld bedeutet hier vielleicht: das zu tun, was jetzt dran ist. Ohne schneller als das Leben zu werden, denn dieses hat sein eigenes Tempo.
Wenn der innere Druck nachlässt entsteht Raum. In diesem Raum können sich berufliche Möglichkeiten zeigen. Geduld führt uns ins Vertrauen. Nicht unbedingt dahingehend, dass alles genau so wird, wie wir es wollen. Sondern ins Vertrauen, dass wir nicht Gewissheit erzwingen müssen, um sicher und handlungskompetent zu sein. Vielleicht beginnt Geduld mit einer Haltungsänderung: In der Bereitschaft, die offene Situation vertrauensvoll anzunehmen, ohne dass wir uns darin verlieren müssen. Wir müssen die offene Situation nicht sofort lösen. Wir müssen nicht sofort wissen. Wir dürfen einen Schritt gehen und trotzdem offen lassen, was erst später sichtbar wird.
Tut Ihnen diese Perspektive gut? Dann freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme. Ein vertrauensvolles Gespräch kann der Anfang sein, um eine ausweglos erscheinende Situation zu öffnen. Gerne bin ich da für Sie.


